Der Griff nach den Sternen

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Ronny Hackenschmidt

schreibt gern und ist Teil unseres Öffentlichkeitsteams

Was mit einem Schnuppertraining im Jahr 2019 in der Kletterhalle Weimar anfing, führte fünf Jahre später zu Gold bei den Special Olympics Nationalen Spielen! Dabei startete man mit einem Aktionstag 2019, wo verschiedene Teilnehmer*innen aus fast jeder Einrichtung des LHW dabei war. Begeisterung pur, es sollte weiter gehen mit dem Klettern. Das machte die Stiftung Lebenshilfe Weimar/Apolda erst durch finanzielle Unterstützung möglich. Denn der Jahresbeitrag von 100 € sollte ja schließlich pro Teilnehmer*in bezahlt sein. Nur so konnte ein aktives und regelmäßiges Training entstehen. Dies erfolgte dann auch einmal pro Woche – und es waren in kürzester Zeit Erfolge sichtbar. Die Teilnahme am ersten Anerkennungswettkampf in Köln, sozusagen die grundlegende Qualifikation, fand im Februar 2022 statt. Die dafür entsprechende Ausrüstung sowie das erforderliche Equipment wurden in den zwei Jahren zuvor ebenfalls von der Stiftung Lebenshilfe Weimar/Apolda unterstützt. Die Qualifikation fiel ganz gut aus mit einem verdienten 4. Platz (2x Gold, 2x Silber u. 2x Bronze). 

Der darauffolgende zweite Anerkennungswettkampf im März 2022 in Weimar fiel auch gut aus. Zu den Special Olympics (dafür hatten sich die Kletter*innen bereits registrierte) war es nun nicht mehr ganz so weit, denn vorher bekam das Projekt noch in Zusammenarbeit mit dem DAV im September 2022 den Stern des Sports in Bronze. Toll! Dann ging es rasant zu. Im November 2022 gewinnt der DAV den Stern des Sports in Silber: was für eine großartige Auszeichnung! Das führte weiter zu einer Qualifikation des Sterns des Sports in Gold. Zwischendurch erfolgte noch die Teilnahme am 3. und letzten Anerkennungswettkampf im November 2022 in Fulda. Ohne große Umwege ging es dann im neuen Jahr mal gleich nach Berlin und man bekam durch den Bundespräsidenten von Deutschland den Stern des Sports in Gold überreicht. In diesem Jahr, 2023, wurden dann intensivere Vorbereitungen für die Winterspiele im darauffolgenden Jahr 2024 getroffen sowie u.a. Sportpässe beantragt. 

Endlich kam das Jahr 2024 und alle waren in hellster Aufregung, denn es sollte ja was werden, wo man doch so viel trainiert und erlebt hat. Was hatten die Sportler*innen nicht alles getan, um da zu stehen, wo sie jetzt waren. Durch die Austragung der Nationalen Winterspiele (Special Olympics) in der Kletterhalle Weimar hatte die Klettergruppe eindeutig Heimvorteil. Sie wollten unbedingt zeigen was sie können und das motivierte bis in die Haarspitzen. Der Tag war gekommen und mit vollem Elan war man bei der Sache. Neun Teilnehmer*innen, bestehend komplett aus verschiedenen Einrichtungen des LHW, gingen an den Start. Das Ergebnis war überwältigend! Sie holten sich den wohlverdienten Sieg. Alexandra Katsch aus der Werkstatt Kromsdorf war die mit Abstand erfolgreichste Teilnehmerin. Sie holte in beiden Durchgängen jeweils Gold. Im Interview mit mir wirkte sie sehr glücklich über das Geleistete, worauf sie auch wirklich stolz sein kann. Mit ihrem zierlichen, aber super stark trainierten Körper habe sie sich sehr angestrengt und war mit ihrer Leistung am Ende hochzufrieden. Des Weiteren gab es da noch Maik Hanse, der mir versicherte, in dem Wettkampf an seine Grenzen gekommen zu sein, was seine guten Platzierungen auch eindeutig bewiesen haben. Es hat ihm viel Spaß gemacht in der Kälte schweißtreibend einem Laufzettel nachzuklettern. Tja, und dann war da ja auch noch Gabi Krupinski, die von Anfang an dabei ist. Zuvor hatte sie eigentlich Höhenangst, aber nach einiger Überwindung und regelmäßigem Training an der Kletterwand habe sie sich immer mehr zugetraut und somit die Angst besiegt und das erfolgreich. Sie sagte mir, so wie auch Maik H., man müsse an seine Grenzen gehen und solange klettern bis man abfällt. Nur dann kann sich ein Erfolg abzeichnen. Mit ihrem 3. Platz (Bronze) hatte auch sie sichtlich Spaß an der Sache und war wie alle sehr zufrieden.

Man kann Menschen, die so auf ein Ziel hinarbeiten, das höchste Maß an Respekt zollen. Es ist beachtlich, wozu so verschiedene Menschen gemeinsam in der Lage sind. Ohne die Unterstützung der Stiftung wäre vielleicht so manche Teilnehmer*in früh abgesprungen und hätte der Sache den Rücken gekehrt. So war es aber nicht. Es hieß und heißt auch weiterhin: Die  Kletterschuhe angezogen und ran an die Kletterwand. Diese Kletterwände sind dabei übrigens ganz so wie unser Motto. Wir leben’s bunt!

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